Die Fußballoper in Altona begeisterte das Publikum bei der ausverkauften Premiere. Was passiert, wenn Arien auf Abseits treffen, Tenöre pfeifen und Soprane Tore schießen? Unsere Autorin Lara war bei der Premiere der Fußballoper und hat sich angeschaut, ob diese Symbiose funktionieren kann.
Der Sommer steht im Zeichen des Fußballs, und mit Hamburg als eine der Host-Cities startet die EM offiziell ab dem 14. Juni. Doch im Opernloft Altona wurde jetzt schon zwei Wochen früher angepfiffen. Die Premiere der Fußballoper lockte zahlreiche Besucher:innen an, viele davon in Fußballtrikots diverser Vereine und Nationen. Der Eingangsbereich war geschmückt mit Flaggen und Trikots, und selbst auf den Toiletten fand man Fanschminke. Ein Maskottchen wies die Gäste ein, während das Publikum aktiv mit Flaggen zum Mitmachen animiert wurde.
Mit welchen Erwartungen gehen die Gäste in so einen Abend? Wir haben vor dem Anpfiff rumgefragt: „Die skurrile Kombination aus Fußball und Oper hat mich sofort angesprochen“, erzählte ein Besucher im Trikot der deutschen Nationalmannschaft. Eine andere Zuschauerin, erzählte sie ist schon lange Fan des Opernlofts, äußerte ihr Vertrauen in die Qualität der Aufführung: „Ich erwarte eine grandiose Inszenierung, wie ich sie hier gewohnt bin.“
Wenn Tenöre Fouls pfeifen und Soprane Tore schießen
Die Inszenierung, unter der Leitung von Inken Rahardt, kombinierte die Dynamik des Fußballs mit der Dramatik der Oper auf beeindruckende Weise. Obwohl kein einziges Wort im ganzen Stück gesprochen wurde, kamen alle Emotionen treffsicher beim Publikum an.
Das sechsköpfige Ensemble – bestehend aus Bass, Bariton, Tenor, Sopran und einer Mezzosopranistin – stellte Foul-Spiele, Diskussionen mit dem Schiedsrichter, Verletzungen und die Dramatik des Verlierens dar. Alles auf eine humorvolle und zugleich menschliche Weise. Dabei reichte das musikalische Repertoire von der Hymne der Champions League und Operetten von Wagner bis hin zu modernen Stücken wie „Single Ladies“ von Beyoncé. Diese Vielfalt sorgte dafür, dass das Publikum buchstäblich am Ball blieb. Auch die großartigen Kostüme von Almut Blanke, trugen mit viel Liebe zum Detail dazu bei, dass es auch optisch ein Fest war. Besonders begeistert hat hier eine Schleppe aus einzelnen Trikots.
Von Spielerfrauen bis Skandal: Fußballoper bringt Gesellschaftskritik auf die Bühne
Die Aufführung vernachlässigte auch nicht das Bild des Fußballs in der Öffentlichkeit. Die Fußballoper band geschickt Spielerfrauen, politische Themen wie die Angst vor einem Coming-Out und Debatten über die Gleichwertigkeit des Frauenfußballs ein, Auch der Skandal um den spanischen Verbandspräsidenten Luis Rubiales, der die spanische Nationalspielerin Jennifer Hermoso gegen ihren Willen geküsst hat, fand seinen Platz auf der Bühne. Bedauerlicherweise versäumten die Macher:innen es, eine Triggerwarnung auszusprechen, was für einige Zuschauer aufgrund der Thematik aufwühlend sein könnte.
Gleichwohl dieses kleinen Kritikpunktes überzeugte die Inszenierung durch ihre Komik und Energie, die irgendwann auch den Letzten und die Letzte im Publikum zum Mitjubeln brachte. Das Publikum wurde so Teil der Inszenierung. Das Ensemble beeindruckte mit herausragendem Gesang und Schauspiel, sprang über die Bühne und schmetterte einwandfreie Arien. „Die Dramatik der Oper passt perfekt zum Fußball“, bemerkte ein begeisterter Zuschauer.
Dagmar Berghoff, auch bekannt als die ehemalige Miss Tagesschau, war als besonderer Gast vor Ort und zeigte sich begeistert: „Grandios, einer der besten Opernabende, die ich je erlebt habe.“
Funktioniert die Symbiose aus Fußball und Oper?
Das Opernloft bewies eindrucksvoll, dass sich Fußball und Oper sich nicht ausschließen, sondern sich gegenseitig bereichern können. Auf die Frage, ob die Aufführung auch für junge Leute geeignet sei, merkte eine Zuschauerin an: „Fußballkennerinnen finden etwas, genauso wie die Opernkennerinnen und alle dazwischen auch. Es gibt für jeden gibt es etwas zu entdecken.“
Die Standing Ovations am Ende der Aufführung sprachen Bände. Das Publikum war euphorisiert und verließ den Saal mit einem Gefühl, das man sonst nur von einem spannenden Fußballspiel kennt. „Ich wusste nicht, was mich erwartet, aber die Kombination ist unglaublich. Alles stimmig und passend, zeitgemäß und zeitkritisch“, erzählte eine Besucherin Anfang 20.
Wer sich auf die ungewöhnliche Fusion einließ, erlebte einen Abend voller Emotionen und Unterhaltung. Fußball und Oper haben mehr gemeinsam, als man zunächst denkt. Das Ensemble des Opernlofts hat diese Verbindung meisterhaft auf die Bühne gebracht. Ein Besucher fasste es treffend zusammen: „Lässt man sich darauf ein, kann man einen tollen Abend haben.“
Du willst auch einen schönen Abend im Opernloft verbringen?
Die Fußballoper läuft noch bis zum 28. Juli, Tickets gibt es ab 28,00 €.
Hier kommst du zum weiteren Programm des Opernlofts Altona.
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