Erste vegetarisch-vegane Mensa in Hamburg eröffnet

Am Tag der Eröffnung war in der neuen Mensa viel los. (Foto: Anna Ströbele Romero)

Zum Beginn des Sommersemesters wurde auf dem Campus der Universität Hamburg die Mensa „Blattwerk“ eröffnet. Das Besondere: Hier gibt es zum ersten Mal in der Hamburg ein rein vegetarisch-veganes Angebot. Damit folgt Hamburg dem Beispiel anderer Städte. KOPFZEILE war vor Ort und hat sich einen Eindruck gemacht. 

Montag, 11:20 Uhr im Von-Melle-Park 5, dem sogenannten WiWi-Bunker. Am ersten Tag des Sommersemesters ist auf dem Campus einiges los. Nur die Mensa haben noch nicht so viele Studierende betreten – zu früh fürs Mittagessen. Dabei würde sich ein Blick lohnen. Große, grüne Luftballons zieren den Eingang zur ehemaligen „Mensa Campus“, die ab heute „Blattwerk“ heißt und ihrem Namen mit blattverzierten Säulen alle Ehre macht. Drei Hauptgerichte soll es hier täglich geben, mindestens eins davon wird immer vegan sein, verspricht das Studierendenwerk Hamburg, welches für die Mensa verantwortlich ist. Dazu kommen Suppen und Eintöpfe, die altbekannten Gemüse- und Salatbars und neuerdings auch vegane Desserts.

„Wir wollen über 50 Prozent gehen“

„Und ein weiteres Highlight: Wir produzieren jetzt unsere Nudeln selbst“, verkündet der Geschäftsführer des Studierendenwerks Hamburg Jürgen Allemeyer stolz. Schon in den vergangenen Jahren habe das Studierendenwerk ihr pflanzliches Angebot „enorm erhöht“, meint Allemeyer und verspricht: „Wir wollen über 50 Prozent gehen – und das in allen 37 Mensen und Cafés in Hamburg.“ Das sei die Antwort des Studierendenwerks auf die Klimakrise. Die Idee einer komplett fleischlosen Mensa entstand laut Allemeyer während der Corona-Pandemie. Später ergänzt Wissenschaftssenatorin Katharina Fegebank (Grünen): „Als hier alles dicht war und die Mensen aufgrund der geringen Nachfrage ihre Tore geschlossen haben, wurde überlegt: Was kann man machen?“

Auch der Eingang ins “Blattwerk” wurde neu designed (Foto: Anna Ströbele Romero). 

Das Ziel: Bezahlbare Nachhaltigkeit

Die Neugestaltung der ehemaligen „Mensa Campus“ ist Teil des Nachhaltigkeitskonzepts des Studierendenwerks, welches Anfang des Jahres einen Bericht zu dem Thema veröffentlichte. „Klimaschutz und gesunde Ernährung sind Leitsätze, die unser Handeln mitbestimmen“, erklärt der Geschäftsführer in seiner Eröffnungsrede. Und nachhaltiges Handeln sei Allemeyer zufolge eben nicht nur in der Gastronomie maßgeblich, sondern auch beispielsweise in den Wohnanlagen des Studierendenwerks. Immer wichtig sei dabei, „dass das, was wir anbieten, für junge Menschen, für Studierende wirklich bezahlbar ist.“ So werden die Hauptgerichte im „Blattwerk“ durchschnittlich zwischen 2 und 4 Euro für Studierende kosten.

„Auf der Höhe der Zeit“

Hamburgs Wissenschaftssenatorin und zweite Bürgermeisterin Katharina Fegebank zeigt sich zufrieden mit der Eröffnung der vegetarisch-veganen Mensa. Damit sei das Studierendenwerk „auf der Höhe der Zeit“, kommentiert sie und lobt:  „Gesunde Ernährung steht hoch im Kurs und das mit Klima- und Artenschutz zu verbinden, ist ganz herausragend.“ Dass hier „so ein tolles Beispiel“ die Tore öffne, freue alle im Senat außerordentlich.

In anderen deutschen Städten ist ein fleischfreies Essensangebot auf dem Campus allerdings längst keine Neuheit. Bereits 2010 eröffnete an der Freien Universität Berlin die Mensa „Veggie No. 1“ und damit die erste rein vegetarische-vegane Mensa in Deutschland. In Göttingen bietet die „Mensa am Turm“ seit 2021 ausschließlich vegetarische und vegane Gerichte an. An der Technischen Universität Berlin gibt es seit 2019 sogar eine rein vegane Mensa

Erfolgreicher Eröffnungstag

Katharina Fegebank (zweite v. r.) und Jürgen Allemeyer (erster v. r.) wählen einen Nachtisch. (Foto: Anna Ströbele Romero).

Bei einem anschließenden Rundgang macht sich die Politikerin mit dem Angebot vertraut und bekommt an allen Stationen großzügige Portionen überreicht, welche sie nach einem Gespräch mit Studierenden an einem der Tische probiert. Mittlerweile hat sich an der Essensausgabe eine Schlange gebildet, die bis zum Eingang reicht. Ein Mitarbeiter der Mensa huscht umher und versucht, die Gäste zur Gemüsebar zu leiten – dort müssten sie nicht so lange warten. Doch nur die wenigsten lassen sich überzeugen. Zu groß ist die Neugierde auf die neue Vielfalt.

Die Essensausgabe in der Mensa „Blattwerk“ ist von Montags bis Freitags von 11 Uhr bis 15:30 Uhr geöffnet,  der Gastraum sogar von 9 Uhr bis 18 Uhr. Auf der Website der neuen Mensa, im Eingangsbereich, sowie in der STiNE- oder UHH-mobile-App findet sich der aktuelle Speiseplan mit genauen Kennzeichnungen, für welche Ernährungsweise welches Gericht passend ist.