gelesen: Hamish Macbeth riecht Ärger

Ein alter Bus wird ins Dorf gefahren und Hamish Macbeth wittert Ärger. Foto: Svenja Tschirner

Der Frühling hält Einzug in den schottischen Highlands und damit ist er nicht der Einzige: Im kleinen Dorf Lochdubh kündigen sich Veränderungen an. Nicht nur wurde der örtliche Polizist, Hamish Macbeth, befördert. Eines schönen Tages kommt auch ein alter rostiger Campingwagen ins Dorf gefahren. Hamish Macbeth ist alles andere als erfreut so nehmen die Verwicklungen ihren Lauf.

Neben dem Frühling kommt auch Police Constable Willie Lamont nach Lochdubh. Er ist Hamishs neuer Untergebener, seitdem dieser zum Police Sergeant befördert wurde und wohnt nun mit ihm gemeinsam in dem Haus, in dem auch die Polizeiwache ist. Hamish Macbeth ist davon jedoch alles andere als begeistert und hofft, Willie würde heiraten, damit er endlich wieder auszieht.

Zu diesem kleinen Ärgernis gesellt sich jedoch schnell das sehr viel Größere der beiden Fremden, die ins Dorf kommen. Das Pärchen, ein äußert attraktiver junger Mann und eine kleine, unscheinbare aber dafür umso unflätigere kleine Frau, fahren in ihrem alten, umgebauten Bus vor. Nach der ein oder anderen Diskussion findet das Pärchen schließlich einen Parkplatz auf der Wiese des Pastorenehepaares. Auch das sehr zum Missfallen des frischgebackenen Sergeant, der gleich beim ersten Treffen eine starke Abneigung gegenüber dem Fahrer das Busses, Sean Gourlay, verspürt.

Diese offenbart sich als nicht ganz unbegründet, dann bald verhalten sich einige der Dorfbewohner*innen, vornehmlich jene aus der Damenwelt, seltsam. Auch der Pastor verändert sich, vor allem aber seine Predigten. Statt von Nächstenliebe und Vergebung zu sprechen, beschwört er plötzlich das Jüngste Gericht herauf und spricht von Hölle, Qualen und Verdammnis. Diese Horrorpredigten füllen zwar schlagartig die Kirche, doch sind auch sie Hamish Macbeth eher unheimlich. Zudem verschwinden plötzlich Medikamente und schließlich geschieht ein Mord – damit ist es endgültig vorbei mit der frühlingshaften Ruhe in dem Highland-Dorf.

Der umtriebige Faule

Eigentlich wird Hamish Macbeth von den Bewohner*innen des Dorfes immer wieder ein ausgeprägter Sinn für Faulheit und Müßiggang nachgesagt, möglicherweise auch, weil er erst mit Mitte dreißig zum Police Sergeant befördert wurde. Dennoch ist er alles andere als faul, wenn er sich daran macht, zunächst die mysteriösen Veränderungen im Dorf zu ergründen und schließlich den Mord aufzuklären. Dabei muss er sich nicht nur durch ein Dickicht aus Halbwahrheiten und Unsicherheiten kämpfen. Er muss sich auch noch mit einem fiesen Chef und seinem unliebsamen Constable Willie Lamont herumschlagen.

Alle Charaktere, die sich in diesem Buch wiederfinden, haben ihre kleinen unterhaltsamen oder sonderbaren Eigenheiten, was manchmal an andere britische Krimis wie die Barnaby-Serie erinnert.

Willie Lamont ist in beinahe überbordendem Maße mit Besonderheiten gesegnet. Er hat nicht nur einen absoluten Putzfimmel, der Hamish Macbeth regelmäßig auf die Palme und aus dem Haus treibt. Er hat zudem einen seltsamen Sprachfehler, der ihn regelmäßig Worte falsch benutzen, schreiben oder aussprechen lässt.

Fazit

„Hamish Macbeth riecht Ärger“ ist ein unterhaltsamer Krimi, das sich gut zum Lesen für zwischendurch eignet. Auch wenn es der aktuellste Band in einer Reihe von Geschichten über Hamish Macbeth ist, muss man die anderen Bücher nicht gelesen haben, um der Handlung folgen zu können. Auch die Figuren und neue Seiten an ihnen lernt man kennen, ohne dass die Vorgeschichten unbedingt bekannt sein müssen. Die mehr oder weniger kauzigen Charaktere, immer mal wieder satzweise eingestreuter Feminismus, den erst eine Italienerin in das kleine Dorf in den Highlands bringen muss, und ein unterhaltsamer Schreibstil machen das Buch zu einer kurzweiligen Lektüre.

AutorinM.C.Beaton
VerlagBastei Lübbe
Preis11,00 Euro
Seitenzahl207 Seiten