gelesen: Winterzauber in Mayfair

Ein Roman über Weihnachten und Liebe in London Foto: Svenja Tschirner

Die jungen Lehrerin Emily Parker wird damit betraut, das Weihnachtsmusical ihrer Grundschule auf die Beine zu stellen. Zwar hat sie keine Ahnung von Musik, durch Zufall trifft sie aber auf den Musikstar Ray Stone. Der neue Roman von Mandy Baggot liefert ein gutes Rezept für die typische Weihnachtsromanze.

Da wären zunächst einmal die Zutaten, die es für jede gute Liebesgeschichte für weiße Leute aus der westlichen Welt braucht: Eine junge, natürlich wunderschöne, Frau, die auch noch Akademikerin ist – in diesem Fall ist es die Lehrerin Emily Parker. Sie kommt aus gutem Hause, hat sich aber mit ihren Eltern auseinandergelebt. Trotz Geldsorgen kann sie sich eine hübschen Drei- Zimmerwohnung in Mayfair, im Herzen von London leisten. Aber Emily ist vom Schicksal schwer gezeichnet. Sie verlor ihren Freund durch einen Autounfall und lebt seitdem sehr zurückgezogen. An einen neuen Partner will und kann sie augenscheinlich nicht denken.

Gegenüber ihren Mitmenschen zeigt sie sich stets offen und tolerant und ist immer um Ehrlichkeit und die Unterstützung anderer bemüht. So weit, so lobenswert. Emilys große Schwierigkeit ist, dass sie von sich selbst glaubt absolut unmusikalisch zu sein. Diesbezüglich wird sich ihr Leben sehr verändern.

Yin und Yang

Dann braucht es natürlich den männlichen Gegenpart. Dafür erschafft Mandy Baggot den eigentlich erfolgreichen Singer-Songwriter Ray Stone. Auch er ist natürlich umwerfend attraktiv und dazu sehr gut trainiert. Anders als Emily stammt er aber aus einfachen Verhältnissen und kam durch seine Songs zu Geld. Im Moment allerdings läuft seine Karriere alles andere als gut, er trinkt zu viel und hat Geldsorgen. Wie Emily hat auch Ray Stone kaum noch Kontakt zu seinem Vater und zudem große Probleme mit seiner Exfreundin, die in den Medien andeutet, er hätte sie geschlagen. 

Zu dieser Mixtur fügt Mandy Baggot noch eine toughe Agentin für Ray sowie einen netten Lehrerkollegen und eine gestrenge Schulleiterin für Emily hinzu. Mit die wichtigste Zutat für die Figurenkonstellation ist selbstverständlich der schwule beste Freund der Protagonistin.

Drama, Baby, Drama

Der Star und die Lehrerin, deren Lebenswelten eigentlich gar nichts miteinander zu tun haben, müssen sich jetzt treffen. Das geschieht als Emilys Schulklasse den verkaterten Ray im Schulschuppen findet. Und, wie soll es anders sein, Ray und Emily finden sich sehr schnell sehr attraktiv.

Hinzu kommt, dass Emilys schwuler bester Freund der Meinung ist, sie brauche dringend einen neuen Mitbewohner. Warum sollte dieser nicht ein alleinstehender Mann sein?

Da ist es recht praktisch, dass Ray Stone gerade wegen seiner Geldprobleme aus seiner Wohnung geflogen ist. Auch wenn er nicht derjenige ist, der Emilys bestem Freund vorschwebte, zieht er bei ihr ein. Denn einerseits kann er der (angeblich) völlig unmusikalischen Emily beim Organisieren des Weihnachtsmusicals helfen, andererseits kann er ihr bei Problemen im Haushalt zur Hand gehen.

Ein Hitmusical

Das Weihnachtsmusical der Schule ist nicht nur für die Schule, sondern auch für Emily sehr wichtig. Sie befürchtet, dass sie ihre Stelle oder zumindest Aufstiegsmöglichkeiten verlieren könnte, wenn das Musical kein Erfolg wird. Auch Ray hat nicht nur mit den falschen Anschuldigungen seiner Exfreundin in den Medien zu kämpfen. Er hat Probleme mit der Stimme und dürfte deswegen eigentlich weder singen noch Alkohol trinken. Ersteres ist ihm nicht möglich, letzteres gelingt recht bald.

So kämpfen beide Hauptfiguren mit ihren Gefühlen, in ihrem Beruf und auch ein wenig mit ihren Familien. Dass sie Gefühle füreinander hegen, gestehen sie sich schnell ein. Nach dem ersten Kuss gibt es nur ein paar Seiten des sich aus dem Weg-Gehens, sodass in diesem Rezept auf die Extradosis verlegenen, aber doch mit Verlangen geschwängerten Schweigens verzichtet werden kann.

Fazit

Hat man alle Zutaten gut vermengt ergibt sich mit „Winterzauber in Mayfair“ eine klassische romantische Weihnachtsgeschichte. Wer über die Vorweihnachtszeit und Festtage Lust auf leichte und seichte Lektüre hat, macht mit diesem Buch sicherlich nichts falsch. Die Lesenden können sich entspannt von den sexy- ein im Roman vielgenutztes Wort- Hauptpersonen in die Londoner Weihnachtsatmosphäre entführen lassen und dabei vielleicht noch ein wenig von Emilys  Nächstenliebe und Toleranz als Neujahrsvorsatz mitnehmen.

AutorinMandy Baggot
VerlagGoldmann
Preis10,00 Euro
Seitenzahl535