Semester-Starter-Paket: Was Ihr wissen müsst

Auch nach dem Herbst wird der Hamburger Campus weitestgehend leer bleiben (Foto: Christine Leitner)

 In zehn Tagen startet die Universität Hamburg in die neue Vorlesungszeit. Auf Präsenzlehre dürfen allerdings nur wenige hoffen, denn das Coronavirus macht Zusammenkünfte vieler Personen weiterhin unmöglich. Wie Ihr den Campus trotzdem nutzen könnt und was zum Semesterstart sonst noch wichtig ist, lest Ihr hier.

Der Countdown läuft, in einer Woche gehen die Vorlesungen und Seminare an der Universität Hamburg nach dreieinhalb Monaten Semesterferien wieder los. Die Hoffnung, die Präsenzlehre im Wintersemester wieder aufnehmen zu können, hat das Coronavirus allerdings endgültig vernichtet. Mitte Oktober hat auch die Hansestadt den Inzidenzwert von 50 Infizierten pro 100.000 Einwohner in einer Woche überschritten und gehört nun offiziell zu den Corona-Risikogebieten. Das Wichtigste vom Campus haben wir hier für Euch zusammengefasst.

Digitaler Auftakt in der Orientierungswoche

Traditionell beginnt das Wintersemester mit der Orientierungseinheit (OE). Ausgelassene Campus-Touren, alkoholgeschwängerte Stadtralleys und nächtliche Kneipentouren müssen dieses Jahr allerdings entfallen. Das Willkommensfest der Erstsemester wird zu einer reinen Informationsveranstaltung, die zudem überwiegend online stattfinden wird. Allerdings sind auch Treffen auf dem Campus unter Einhaltung der Hygieneauflagen möglich. Der Kanzler der Universität, Martin Hecht, sagte dem AStA-Vorstand: „Fachschaftsräte können OE-Veranstaltungen in Räumlichkeiten der Universität durchführen, wenn es sich um Informationsveranstaltungen und vergleichbare Formate handelt.“ Derartige Veranstaltungen müssten über das Tagungsmanagement angemeldet werden.

Wann und wie die OE in Eurem Studiengang stattfindet, lest Ihr hier. Für Erstis gibt es außerdem eine Facebook-Gruppe von der Uni Hamburg.

Hybridsemester 2020/21: Mix aus Präsenz- und Onlinestudium

Die bevorstehende Vorlesungszeit wird wieder ganz im Zeichen des Onlinestudiums stehen. Aber: „Je nach Fach ist der Anteil digitaler Lehre unterschiedlich hoch“, lässt Claudia Sewig, Pressesprecherin der Universität wissen. So sei die Präsenzlehre insbesondere für die medizinische Fakultät, in den Bewegungswissenschaften und in der MIN-Fakultät vorgesehen – also vor allem in Fächern, in denen Laborpraktika, Geländeübungen oder Exkursionen Teil des Curriculums sind. Lehrveranstaltungen in den Räumlichkeiten der Universität dürfen nur unter strengen Hygiene- und Schutzvorkehrungen stattfinden, darunter die Maskenpflicht sowie die Einhaltung des Mindestabstands von 1,50 Meter.

Doch in Studiengängen mit über hundert Teilnehmer*innen können die Abstände zwischen den Studierenden nicht mehr eingehalten werden. „Insbesondere die begrenzten Platzzahlen in allen Räumen der Universität wirken sich beschränkend auf die Lehrplanung aus“, sagt Sprecherin Sewig. Deshalb werden in den meisten Fächern Vorlesungen in Form von vertonten Power Point-Präsentationen oder Podcasts auf den Plattformen der Universität zur Verfügung gestellt und Seminare als Videokonferenzen abgehalten. Die Lehrveranstaltungen sind in folgende Kategorien unterteilt und im Anmeldeportal Stine entsprechend gekennzeichnet:

  • Digital: Die Kurse finden nur online statt. Unterschieden wird hier zwischen synchronen und asynchronen Veranstaltungen. Synchrone Lehreinheiten werden über Streaming-Plattformen wie Zoom, MS Teams, o.ä. live zur festgelegten Zeit übertragen. Asynchrone Angebote beziehen sich auf die Bereitstellung von Lehrmaterialien OpenOLAT oder eine der Commsy-Plattformen.
  • Präsenz/online simultan: Diese Veranstaltungen finden in Präsenz statt, werden aber gleichzeitig online gestreamt.
  • Präsenz:  Die Kurse finden ausnahmslos in Präsenz statt und werden nicht gestreamt.
  • Teilpräsenz: Veranstaltungen finden zwar überwiegend online statt (synchron oder asynchron), können aber vereinzelt in Präsenz in den Räumlichkeiten der Universität stattfinden.

Genauere Informationen darüber, in welcher Form Seminare stattfinden, sind in den Veranstaltungskommentaren auf Stine nachzulesen.

Welche Plattform nutze ich wann?

Stine, OpenOLAT, Zoom – bei der überwältigenden Zahl an Plattformen verliert man schnell den Überblick. Um vor allem den Erstis den Start ins digitale Semester zu erleichtern, hat die Universität Hamburg eine Linksammlung mit den genutzten Tools zusammengestellt.

Wir geben Euch hier schon einmal einen kleinen Überblick darüber, was Euch erwartet:

  • Stine ist das Studieninfonetz, über das Ihr Euch zu allen Vorlesungen und Seminaren anmeldet. Hier findet Ihr außerdem Euren Stundenplan, Kursbeschreibungen, Eure Prüfungsleistungen und formelle Dokumente wie die Immatrikulationsbescheinigung. Als Erstis könnt Ihr Euch noch bis zum 29. Oktober für ihre Kurse anmelden. Die Ummelde- und Korrekturphase läuft zwischen dem 02. Und 19. November.
  • OpenOLAT, Commsy, und Lecture2Go sind die Plattformen, auf denen die Professor*innen und Dozent*innen sämtliche Lehrmaterialien bereitstellen, darunter Seminarpläne, Literatur und Vorlesungsfolien.
  • Zoom und MS Teams sind Streaming-Plattformen über die Ihr vom heimischen Schreibtisch aus Vorlesungen und Seminare verfolgen könnt.

Auf der Suche nach Literatur: Nutzung der Bibliotheken

Mit der Vorlesungszeit geht für viele Studierende die Suche nach Literatur wieder los. Die Staats- und Universitätsbibliothek ist hierfür wieder von Montag bis Sonntag zwischen 11 und 22 Uhr geöffnet. Die Ausleihe ist uneingeschränkt möglich. Auch zum Lernen können Studierende wieder in die Bibliothek kommen, allerdings gibt es nur 200 Einzelarbeitsplätze im Lesesaal, dem Informationszentrum und im Gruppenarbeitsbereich. Die Plätze müssen vorher für ein festgelegtes Zeitfenster reserviert werden. Computer und Drucker können derzeit nicht genutzt werden. Wer dringend Kopien braucht, kann über den Campuslieferdienst Aufsätze und Auszüge aus Büchern bestellen. Näheres rund um die Nutzung der Bibliothek findet Ihr in den FAQ.

Ein hungriger Magen studiert nicht gern: Das gilt beim Besuch in der Mensa

Die Mensen haben Angaben des Studierendenwerkes Hamburg zufolge wieder geöffnet. Wie in allen gastronomischen Betrieben gelten auch hier die Abstands- und Hygieneregeln, außerdem herrscht eine Maskenpflicht. Gäste müssen sich online über eine App oder vor Ort schriftlich registrieren, an den Tischen dürfen maximal vier bis fünf Personen zusammen sitzen. Die Salat, Gemüse- und Pasta-Bar habe wieder geöffnet, Stationen in Selbstbedienung seien mit einem Hustenschutz ausgestattet worden, teilte der Geschäftsführer des Studierendenwerks Hamburg, Jürgen Allemeyer, mit

Außerdem wolle man das To-Go-Angebot ausweiten, „um auch denjenigen Verpflegung zu ermöglichen, die es eilig haben, die Mensa nicht betreten wollen oder mangels zulässiger Plätze einfach nicht mehr rein können“, sagte Allemeyer. Das aktuelle Speisenangebot sei der derzeitigen Nachfrage angepasst worden, zum Wintersemester soll dies wieder ausgebaut werden.